Fellveränderungen beim Hund – Teil 2: Fellverlust

Fellverlust: Natürliche und pathologische Ursachen und was Ihr dagegen tun könnt

Wer von Euch meinen Blog verfolgt, kennt vielleicht meine kleine Reihe zum Thema Fellveränderungen bei Hunden. Nachdem wir die Rotfärbung des Hundefells besprochen haben, soll es heute um ein noch verbreiteteres Phänomen gehen: den Fellverlust des Hundes. Wir besprechen dabei, welche Ursachen für kahle Stellen oder allgemeinen Haarverlust infrage kommen, was das Hundefutter und die Hormone damit zu tun haben und wann die Symptomatik ganz normal ist.

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Fellverlust Hund: Die Symptomatik

Der Fellverlust beim Hund kann lokal begrenzt sein (kahle Stellen) oder den gesamten Körper betreffen. Mögliche Begleitsymptome sind:

  • Juckreiz
  • Schuppen
  • vermehrtes Lecken/Fellpflege
  • Beißen und Knabbern

Insbesondere letzteres ist meist ein Zeichen für einen krankheitsbedingten Haarausfall des Hundes.

Wann ist Fellausfall bei Hunden normal?

Natürlich ist ein vermehrter Fellverlust nicht gleich ein Anzeichen dafür, dass die Hundegesundheit gefährdet ist. Ein saisonal bedingter Fellwechsel (zweimal jährlich) ist völlig normal. Dieser entsteht vorrangig durch eine Veränderung der Hormone, bedingt durch steigende oder sinkende Temperaturen und längeres oder kürzeres Tageslicht.
Aber auch der Klimawandel beeinflusst den Rhythmus des Fellwechsels bei unseren Haustieren teilweise sehr stark – daher kommt es hin und wieder zu Unregelmäßigkeiten.
Darüber hinaus haben manche Hunde einfach ein empfindliches Fell, das auf verstärkte Reibung reagiert, beispielsweise durch ein falsch sitzendes Geschirr oder Halsband. Das merkt Ihr schlichtweg daran, dass der Fellverlust nur an den betroffenen Stellen auftritt.

Was tun bei vermehrtem Fellausfall?

Wenn Euer tierischer Mitbewohner sehr viele Haare verliert, gibt es zwei Dinge, die für Euer beider Seelenwohl essentiell sind:

  • gründliche Fellpflege und
  • Geduld.

Ja, richtig. Geduld. Wenn es sich um den saisonal bedingten, normalen Fellwechsel handelt, könnt Ihr diesen nur mit fleißigem Bürsten unterstützen, aber nicht wirklich verkürzen.
Anders verhält es sich, wenn ein krankhafter Haarausfall bei Eurem Hund vorliegt. Doch wie erkennt Ihr diesen jetzt?

Wie erkenne ich einen pathologischen Fellausfall bei meinem Hund?

Geht der Haarausfall beim Hund mit starkem Juckreiz einher, ist das ein Zeichen für ein krankhaftes Geschehen. Oft steckt dahinter ein Befall mit Parasiten, allen voran

  • Milben
  • Flöhe (eventuell begleitend mit Würmern)
  • oder Zecken.

Möglicherweise handelt es sich auch um einen Hautpilz. Dieser verursacht kreisrunde, 1 – 4 cm große, kahle Stellen auf der Haut des Hundes, meist eher im Kopfbereich.

Krankhaft ist der Fellausfall auch dann, wenn er durch Stress ausgelöst wird, etwa durch einen Umzug, einen neuen (tierischen oder menschlichen) Mitbewohner oder eine andere, stressauslösende Veränderung im hündischen Leben.

Selten, aber dennoch möglich: Schadstoffe im Trinkwasser, die zu Fellverlusten führen.

Eine weitere mögliche Ursache: die Futtermittelallergie

Einige Hunde reagieren allergisch auf Inhaltsstoffe im Trockenfutter oder im Feuchtfutter. Insbesondere Weizen ist häufig schuld an vermehrtem Juckreiz und damit verbundenem Haarverlust. Beim Tierarzt könnt Ihr einen Test durchführen lassen, um sicherzugehen. Alternativ, wenn der Juckreiz noch nicht allzu ausgeprägt ist, könnt Ihr einen Selbsttest starten:

  • eine andere Proteinquelle verwenden (beispielsweise Rind durch Hühnchen austauschen usw.)
  • Futter ohne Weizen ausprobieren

Solche Selbsttests sind allerdings immer mit Vorsicht zu genießen. Im Zweifel bitte immer Euren Tierarzt um Rat fragen!

Was tun, wenn Ihr einen krankhaften Fellverlust vermutet?

Ihr denkt, der Haarverlust Eures Hundes ist nicht mehr normal? Dann könnt Ihr Folgendes tun:

  • Zunächst einmal: Fell auf Parasiten überprüfen (Kennt Ihr den Flohtest mit Kamm und Taschentuch?)
  • Fündig geworden? → entfernen (Zecke) oder beim Tierarzt vorstellen (Antiparasitika)
  • Ansonsten: Stressauslöser suchen und gegebenenfalls vermeiden, Ruhepausen einlegen.

Euer Hund hat immer noch Fellausfall und Ihr findet keine Erklärung? Dann gibt es noch ein paar weitere Möglichkeiten.

Hormonbedingter Haarausfall

Der hormonell bedingte Haarausfall bei Tieren findet beispielsweise in folgenden Situationen statt:

  • Pubertät
  • Flegelphase
  • Kastration
  • Trächtigkeit
  • Laktation

In diesen Phasen kann es daher normal sein, wenn Euer Hund viele Haare verliert. Bei Unsicherheiten gilt auch hier wieder: den Tierarzt des Vertrauens befragen.

Hormonbedingter Haarausfall kann aber auch krankhaft sein. Etwa, wenn eine Fehlfunktion der Schilddrüse dahinter steckt. Das macht sich vorrangig durch Haarverlust im hinteren Bereich des Körpers bemerkbar, also eher am Po und am hinteren Rücken.

Symptome der Schilddrüsen-Unterfunktion beim Hund:

  • langsamer Haarwuchs und starker -verlust
  • trockene, schuppige, verdickte Haut unter dem Fell

In dem Fall muss der Tierarzt den Hormonstatus Eures Hundes bestimmen. Die Therapie sieht in der Regel die Gabe von Hormonpräparaten vor.
Symmetrischer Haarverlust kann hingegen durch eine Cortison-Therapie verursacht werden. Wenn Euer Tier Cortison erhält, könnt Ihr hier weiterlesen.

Fazit

Zusammengefasst entsteht verstärkter Fellverlust also entweder aus natürlichen Gründen, vor allem saisonal bedingt, oder aufgrund eines krankhaften Geschehens. Von Parasiten über Stress bis hin zu einem hormonellen Ungleichgewicht sind die möglichen Ursachen für Fellausfall bei Hunden vielseitig.
Habt Ihr bereits Erfahrungen damit? Was hat bei Eurem Hund dahintergesteckt und wie seid Ihr damit umgegangen? Ich freue mich, wenn Ihr Eure Erfahrungen hier mit mir teilt!

Viele Grüße und bleibt gesund!

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