Welche Herzmedikamente gibt es für Hunde?

Herzmedikamente für den Hund: Welche Medikamente werden bei Herzinsuffizienz und Co. eingesetzt?

Herzmedikamente für den Hund sind ein wichtiger Bestandteil in der umfassenden Herztherapie. Und dieses Thema ist bei vielen Haustierhaltern präsent: Ungefähr jeder zehnte Hund hat eine Herzerkrankung. Dabei sind kleine bis mittlere Hunderassen wie Dackel, Terrier oder Schnauzer besonders häufig betroffen.

Welche Symptome herzkranke Hunde zeigen und welche verschiedenen syringe-1884784_1920Herzerkrankungen beim Hund es gibt, habe ich bereits in diesem Artikel über Herzerkrankungen bei Hunden näher beschrieben. Heute soll es darum gehen, welche Medikamente für den herzkranken Hund es gibt und wie diese wirken.

Ich selbst habe mit meinem Hund die Erfahrung gemacht, dass es mit der Zeit erforderlich sein kann, die Herzmedikation anzupassen. Wir sind mit einem Medikament gestartet und mittlerweile bei vier (und zeitweise mehr) Präparaten angekommen. Daher vorweg mein Tipp für alle, die einen Hund mit Herzproblemen haben: Lasst regelmäßige Verlaufskontrollen machen – es lohnt sich, für diese einen Tierkardiologen aufzusuchen. Ich habe damit ausschließlich gute Erfahrungen gemacht und möchte dies jedem ans Herz legen.

Ziele der Herzmedikamente für den Hund

Die grundsätzlichen Ziele der Medikamente fürs Herz sind

  • das Fortschreiten der Herzprobleme zu verlangsamen und
  • eine bessere Lebensqualität für das Tier zu schaffen.

Zu dem Zweck gibt es verschiedene Präparate. Welche bei Eurem Hund verabreicht werden, hängt unter anderem von der genauen Erkrankung des Herzens ab. Auch das Stadium, in welchem der Hund sich befindet, spielt eine Rolle. Die Entscheidung, welches Medikament geeignet ist, die Ausgabe des Mittels und die genaue Beratung übernimmt der Tierarzt. Da es aber dennoch schön ist, selbst Bescheid zu wissen, gebe ich Euch hier ein paar Infos über die wichtigsten Medikamentengruppen an die Hand.

DIURETIKA: Entwässerung zur Entlastung des Hundeherzens

Diuretika sind harntreibende Medikamente, die zur Entwässerung eingesetzt werden.
Hat ein Hund – beispielsweise durch eine Herzschwäche oder Herzklappeninsuffizienz – Ödeme (vor allem Lungenödeme), belastet das sein Herz. Um für Entlastung zu sorgen, kann zeitweise oder dauerhaft ein Diuretikum eingesetzt werden, um die Flüssigkeitsmenge, die vom Herz bewegt werden muss, zu reduzieren. Das kann dazu führen, dass der Hund wieder belastbarer ist.
Leider kommt es bei regelmäßigem Einsatz zu einem Gewöhnungseffekt. Die Dosis muss immer weiter hochgeschraubt werden.

Furosemid (bekannt unter dem Markennahmen Dimazon) ist ein Diuretikum, das oft bei Hunden eingesetzt wird. Schleifendiuretika wirken an den Henleschen Schleifen in der Niere und sind eher für den kurzzeitigen Einsatz vorgesehen.

Achtung: Euer Hund wird deutlich mehr trinken und somit öfter Wasser lassen müssen, wenn er ein Diuretikum erhält. Bedenkt daher, dass Ihr Eure Gassirundenfrequenz erhöhen müsst.

ACE-HEMMER: Gefäßerweiterung und Blutdrucksenkung beim Hund

ACE-Hemmer sind eine wichtige Wirkstoffgruppe für herzkranke Hunde. Sie gehören zur Basistherapie gegen Herzerkrankungen in der Tiermedizin. ACE-Hemmer erweiterndog-1912874_1920 die Gefäße und senken so den Blutdruck der Tiere. Der Widerstand, gegen den das Hundeherz arbeiten muss, wird reduziert. Bekannte ACE-Hemmer sind Ramipril, Enalapril, Benazepril (Fortekor®) und Imidapril.

 

ALDOSTERON-ANTAGONISTEN: machen das Herz elastisch

Diese Wirkstoffgruppe wirkt am Aldosteron-Rezeptor. Sie blockiert die Wirkung von Aldosteron. In der Folge steigen in der Niere des Hundes die Natriumausscheidung und die Kalium-Retention (Zurückhaltung).
Auf diese Weise fördern Aldosteron-Antagonisten ebenfalls die Ausschwemmung von Ödemen. Sie werden in der Tiermedizin eingesetzt, um eine Herzinsuffizienz zu behandeln. Sie können Umbauprozesse des Herzens verlangsamen und dazu führen, dass das Hundeherz elastisch bleibt.

INODILATOREN

Inodilatoren gehören zu den moderneren Herzmedikamenten für Hunde. Sie stellen eine Kombination aus den früher häufig verwendeten Herzglykosiden (z.B. Digoxin, Methyldigoxin) und den heute beliebten ACE-Hemmern dar. Damit vereinen sie zwei wichtige Wirkungen:

  • die Steigerung der Herzkraft und
  • die Senkung des Blutdrucks durch Gefäßerweiterung

Eine Form der Indolatoren sind Ca-Sensitizer. Diese bewirken eine Calcium-Sensibilisierung in den Zellen und eine Hemmung eines Enzyms namens Phosphodiesterase. Bei geringem Sauerstoffverbrauch kann sich so eine dennoch gute Arbeitsleistung des Herzens einstellen. Ein häufig angewendetes Mittel bei Hunden ist Pimobendan (ein Handelsname ist Vetmedin®), das außerdem die Kontraktionsfähigkeit der Herzmuskeln fördert.

ANTIARRHYTHMIKA

Antiarrhythmika kommen in der Tiermedizin zum Einsatz, wenn ein Herz überlastet ist und der Tierarzt einen unregelmäßigen oder zu schnellen Herzschlag diagnostiziert. Unter anderem kommen diverse Beta-Blocker (beispielsweise Propranolol) als Antiarrhythmetikum zum Einsatz.

Die meisten dieser Medikamente muss Euer Hund ein Leben lang einnnehmen. Wichtig ist, dass die Verabreichung von Herzmedikamenten beim Hund regelmäßig und kontinuierlich erfolgt. Habt Ihr Probleme bei der Einhaltung der Zeiten, stellt Euch einfach einen Alarm im Handy – das hilft! ekg-2753761_1280

Euer Hund hat Herzprobleme? Wenn Ihr Lust habt, Euch darüber auszutauschen, schreibt mir gerne Eure Erfahrungen per Mail oder Kommentar.
Ich hoffe, ich konnte Euch einen Überblick über die verwendeten Herzmedikamente bei Hunden geben. Habt Ihr noch Fragen, schreibt mir gerne an tiermenschnatur@web.de oder hinterlasst einen Kommentar. Und wie immer: Bei Unklarheiten, Fragen oder Sorgen stattet dem Tierarzt Eures Vertrauens einen Besuch ab.

2 Kommentare zu „Welche Herzmedikamente gibt es für Hunde?

Gib deinen ab

  1. Hallo Christina,
    wir haben lange Jahre über 3 Hunde aus dem Tierschutz. Unser 13J., ein Schäfer-Picard-Mischling PAN, ein absoluter Bewegungshund, hat seit er 6 J. alt ist genetisch bedingte Arthrose vorallem in den Ellenbogen, aber wir haben das alles zunächst 3 J. mit hochdosierten Grünlippmuschelpräp. Cosequin dauerhaft, dann mit Gold-Akkupunktur-OP, Ernährung von Pernaturam Bauerngarten-Gemüse+Obst, MSM, Osteopathie alle 4 WO., seit Jan. 2015 Rimadyl (verträgt er auch dank Hepeel /Leber sehr gut!)
    und mit Blutegeltherapie, im Febr. 18 sehr guter Erfolg mit Hyonate IV, seit Jan. 2015 Rimadyl gut hinbekommen, so dass er jetzt noch gut 1 Std. mit kl. Pausen auf weichem Untergrund laufen kann. Aber das Problem ist seit ein paar Wochen, gestern Abend erstmalig verstärkter Leistungsabfall mit viel Hecheln. Einne Herzultraschall mit Rasieren usw. wollen wir ihm jetzt nicht antun, aber er hat leichtere Herzrhythmusstörungen lt. TÄ (bekommt 2 Herzkpsl. von Dr. Ziegler), nun meine Frage: ist hier Karsivan evtl. sinnvoll zu testen? Oder besser wie von Dir beschreiben ein Inodilator wie Pimobendan? Ist das mit Rimadyl verträglich? Das braucht er tgl. 1 x100mg unbedingt. Denn Pan hat außer starkem Hecheln (wir gehen nur spätabends die lange Runde, wenn es ca. 18-20° hat) und diesem jetzt seit gestern Abend schon starkem nicht mehr lange gehen können keine Beschwerden. Futtert gern und gut, hört etwas schlechter inzwischen, aber nicht verwirrt, nur verlangsamt.
    Was sollen wir tun? Unsere mobile Tierärztin wird ihn sicher heute noch abhören, aber ich wüsste gern auch selbst Bescheid, ob evtl. Pimobendan o.ä. Mittel mit Rimadyl ausprobiert werden kann bei Pan?
    Vielen Dank für Deine Antwort.
    LG
    Anja Marohn

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    1. Hallo Anja, vielen Dank fürs Lesen und für deine Nachricht. Bitte hab Verständnis dafür, dass ich dir hier keinen medizinischen Ratschlag geben darf und kann, zumal die Ausgangslage bei Deinem Hund ja noch recht unklar zu sein scheint. Weißt du denn mittlerweile mehr? Ich kann aber aus persönlicher Erfahrung sagen, dass ein EKG mit Ultraschall wirklich keine große Sache ist – und das Ergebnis erlaubt viel präzisere Entscheidungen bezüglich der weiteren Therapie. Vielleicht hast du dich ja mittlerweile bereits dazu entschieden. Ich würde mich freuen, nochmal von dir zu hören und zu erfahren, wie es mit deinem Vierbeiner weitergeht! 🙂

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