Wahlimpfungen und Pflichtimpfungen bei Hunden – Was kann, was muss? Und was steckt dahinter?

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Pflichtimpfungen: Was ist das und welche Impfungen für Hunde gibt es?

Pflichtimpfungen, auch Core-Impfungen genannt, sind Impfungen, die auf jeden Fall im EU-Heimtierausweis stehen sollten.

Sie schützen den Hund vor Erregern, die lebensbedrohlich sein können. Die Ständige Impfkommission Veterinär hat diese in der „Leitlinie zur Impfung von Kleintieren“ festgehalten, die regelmäßig aktualisiert wird. Es kann also nicht schaden, ab und zu einen Blick auf die aktuelle Version zu werfen. Momentan gehören die folgenden Impfungen zu den empfohlenen Pflichtimpfungen für Hunde:

  • Staupe: Die Staupe ist wieder auf dem Vormarsch. Daher ist es umso wichtiger, dass möglichst viele Hunde vor ihr geschützt sind. Nur so können die Erreger , Paramyxoviren, auf lange Sicht eingedämmt werden. Hunde, die an Staupe erkranken, leiden unter Entzündungen des Darms, des Gehirns oder der Lunge sowie möglicherweise unter zentralnervösen Spätfolgen bei Überleben. Es gibt keine eingängige Behandlung. Besonders betroffen sind junge, ungeimpfte Hunde.

  • HCC: steht für Hepatitis contagiosa canis, die ansteckende Leberentzündung der Hunde. Ausgelöst wird sie durch das canine Adenovirus -1. Gegen HCC wird standardmäßig geimpft, da es sich um eine hochansteckende Erkrankung handelt, deren Auftreten mittlerweile sehr selten ist, die aber weiterhin dringend eingedämmt werden muss.

  • Parvovirose: Parvoviren sind hochansteckend und sehr widerstandsfähig. Sie lösen bei Hunden blutige und wässrige Durchfälle aus, die zum Tod führen können. Aus diesen Gründen gehört die Parvovirose-Impfung zu den Pflichtimpfungen, die in jeden Hunde Impfausweis gehören.

  • Leptospirose: Wird auch Stuttgarter Hundeseuche genannt. Leptospiren sind fadenförmige, bewegliche Bakterien. Sie breiten sich in allen Organen aus und sorgen häufig für Organschäden, die tödlich verlaufen können. Infektionsquellen sind Pfützen, Urin erkrankter Hunde, Sekrete der Geschlechtsorgane oder Bisse. Einige Hunde zeigen keine Symptome und sind somit stille Träger, die jedoch trotzdem Erreger ausscheiden. Die Leptospirose-Impfung wird daher jährlich empfohlen.

Pflichtimpfungen für Reisen innerhalb der EU

Wer innerhalb der EU mit seinem Hund in ein anderes Land reist, muss eine gültige Tollwut-Impfung vorweisen können. Bei einer Erstimpfung muss diese mindestens 21 Tage vor Reiseantritt erfolgt sein. Bei Wiederholungsimpfungen gegen Tollwut gelten diese als gültig, wenn der vom Hersteller des Impfstoffes empfohlene Impfintervall eingehalten wurde. Bitte denkt also daran, den Impfpass Eures Hundes vor einer EU-Reise zu checken. Ansonsten kann die Folge einer versäumten Impfung dafür sorgen, dass Ihr das Land nicht bereisen dürft oder – falls Ihr bereits im Land seid und die fehlende Impfung erst bei der Rückreise bemerkt wird – dass Euer Hund das Land nicht mehr verlassen darf, bis er geimpft wurde und eine Zeit lang in Quarantäne war.

Wahlimpfungen – Was ist das denn?

Wahlimpfungen, auch Non-Core-Impfungen, sind Impfungen, die Ihr nicht unbedingt vornehmen müsst. Sie können Eurem Hund einen guten Schutz vor verschiedenen Erregern bieten. Es wird aber individuell entschieden, ob diese Wahlimpfungen für Euer Tier sinnvoll sind und wie die Kosten-Risiko-Bilanz aussieht. Dabei kommt es zum Beispiel auf folgende Faktoren an: Wie alt ihr Euer Hund? Leidet er unter Krankheiten und könnten sich diese durch Impfnebenwirkungen verschlimmern? Ist Euer Hund dem jeweiligen Risiko überhaupt ausgesetzt?

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Solche Wahlimpfungen sind zum Beispiel:

  • Zwingerhusten: auch Infektiöse Tracheobronchitis. Eine Erkrankung der Atemwege bei Hunden. Hauptsymptom ist Husten und im schlimmsten Fall endet sie tödlich. Sinn macht eine Impfung häufig bei Hunden, die regelmäßigen Kontakt zu anderen Hunden in Pensionen, Tierheimen, Hundeschulen, Ausläufen oder Ausstellungen haben. Hier ist das Risiko, dass sich die Erreger (v.a. Parainfluenza-Viren und Bordetellen) unter den Hunden verbreiten, wesentlich erhöht.
  • Borreliose: Borrelien sind Bakterien, die durch Zecken übertragen werden. Während man beim Mensch nur gegen FSME (ebenfalls von Zecken übertragene Bakterienart) impfen kann, wird beim Hund nur gegen Borrelien geimpft. Eine Unterart, vor der die Impfung schützt, ist Borrelia burgdorferi. Sie macht etwa 18% der in Deutschland auftretenden Borreliose-Fälle aus. Doch wann ist die Borreliose-Impfung sinnvoll? Im Prinzip dann, wenn ein Hund sich sehr viel in hohem Gras und in Wäldern aufhält. Besonders hoch ist das Zecken-Risiko in Süddeutschland. Wer beispielsweise im Schwarzwald, in Bayern oder in einer anderen Region mit hohem Risiko lebt, sollte den Tierarzt beim nächsten Besuch nach seiner Empfehlung fragen. tick-2393421_640 
  • Babesiose: Sie zählt zu den Importparasitosen, wird also durch Auslandsaufenthalte mit Hund eingeschleppt oder der Hund infiziert sich während dem Auslandsaufenthalt. Babesien sind Blutparasiten, die vor allem in den südlichen europäischen Ländern vorkommen. Wenn Euer Hund Euch demnächst nach Spanien, Italien oder Portugal begleitet, sprecht Euren Tierarzt frühzeitig darauf an. Die Impfung schützt etwa sechs Monate lang.

 

Lasst Ihr Eure Hunde regelmäßig impfen? Und falls ja: Nur die Pflichtimpfungen oder auch die Wahlimpfungen? Wenn Ihr Euch durch die offizielle Leitlinie lesen wollt, findet ihr Sie unter diesem Link. Ein sehr spannender und kontroverser Beitrag zeigt hier die regelmäßige Impfung aus der Sicht eines Tierarztes. Sehr empfehlenswert!

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