Herzerkrankung beim Hund – Arten, Ursachen, Therapien

 

Herzerkrankungen bei Hunden sind keine Seltenheit. Und auch wenn die Diagnose des Tierarztes erst einmal ein Schock ist, kann Euer Hund mit Herzproblemen noch viele schöne Jahre mit Euch verbringen. Welche Herzerkrankungen beim Hund es gibt, wie diese entstehen und welche Therapien für Herzerkrankungen beim Hund es gibt, erzähle ich Euch hier.

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Herzerkrankung durch Infektion

Infektionen können ein Grund für Herzerkrankungen beim Hund sein. Besonders bakterielle Infektionen spielen hier eine wichtige Rolle. Bakterien können nämlich nach einer Infektion zum Herzen wandern und dort eine Erkrankung auslösen.

Ein bekanntes Beispiel für eine Herzkrankheit durch Bakterien ist die Mittelmeerkrankheit Dirofilariose, die durch einen Herzwurm ausgelöst wird.

Außerdem kann die Leishmaniose, die durch Leishmanien hervorgerufen wird, sich auf das Herz des Hundes negativ auswirken. Leishmanien sind parasitäre Einzeller, die von Sandmücken aus dem Mittelmeerraum übertragen werden. Wenn Euer Hund also unmittelbar nach einem Urlaub in der Mittelmeerregion Herzprobleme sowie weitere typische Symptome aufweist, solltet Ihr Euren Tierarzt unbedingt nach einem Leishmaniose Test fragen.

Therapie: Schwere bakterielle Infektionen müssen mit Antiobiotika behandelt werden. Den weiteren Therapieplan arbeitet der Tierarzt mit dem Hundebesitzer gemeinsam aus.

Atrioventrikularklappen-Endokardiose

Diese Form der Herzerkrankungen kommt besonders häufig bei älteren Hunden vor. Der Grund dafür ist vermutlich eine ausgeprägte Bindegewebsschwäche, die sich über viele Jahre entwickelt, ohne dass Symptome erkennbar sind. Die Herzklappe ist hier so weit zurückentwickelt – also degeneriert -, dass sie nicht mehr wie gewohnt arbeitet. Symptome der fortgeschrittenen Endokardiose sind Atembeschwerden, Husten und Herzgeräusche.

Therapie: Bei Beschwerden ist eine Therapie mit ACE-Hemmern ratsam. Diese senken das Blutvolumen, sodass der Widerstand geringer wird und das Herz weniger stark arbeiten muss. Kommt es zu Wassereinlagerungen als Folge der Herzerkrankung, sind Diuretika unverzichtbar, die das überflüssige Wasser sozusagen ausschwemmen.

Genetisch bedingte Herzerkrankungen bei Hunden

Diese Rubrik betrifft vor allem sehr große Rassen wie den Dobermann, den Wolfshund oder den Boxer. Eine verbreitete genetisch bedingte Herzerkrankung bei großen Hunderassen ist die Dilatative Kardiomyopathie. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass der Herzmuskel sich erweitert, woraufhin der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann.

Therapie: Die Dilatative Kardiomyopathie wird mit ACE-Hemmern zur Entlastung des Herzens therapiert. Es können, wenn nötig, Antidiuretika und herzstärkende Mittel verschrieben werden. In mangelernährungsbedingten Fällen ist die Gabe von Taurin und Carnitin sinnvoll.

Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz entsteht gewöhnlich durch andere Vorerkrankungen, beispielsweise infolge der Dilatativen Kardiomyopathie. Da das Herz durch eine solche Vorerkrankung schwach ist und den Körper nicht mit genügend Sauerstoff versorgen kann, verengen sich die Gefäße. Dies geschieht meistenst durch eine Erkrankung der Herzklappen oder des Herzmuskels.

Therapie: Bei einer Herzinsuffizienz sollten Medikamente verabreicht werden, die das Herz dauerhaft stärken und den Blutdruck mindern, sodass die Arbeit des Herzens erleichtert wird.

Ein untrainierter Herzmuskel

Leider kann auch ein untrainierter Herzmuskel zu Herzproblemen bei Hunden führen. Durch wenig Bewegung und Sauerstoff erschlafft der Herzmuskel so stark, dass er nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten kann.

Therapie: Hier ist eine medikamentöse Stärkung des Herzens möglich. Gleichzeitig sollten regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft erfolgen. Auch ernährungsphysiologische Maßnahmen wie die Gabe von Taurin und Carnitin können Besserung schaffen, sollten aber unbedingt mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

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Generelle Empfehlungen für den Umgang mit herzkranken Hunden

Zunächst einmal bedenkt: Euer Hund weiß nichts von seinen gesundheitlichen Problemen.

So lange es Eurem Vierbeiner gut geht, sollte er sein Leben genießen dürfen. Das heißt nicht, dass Ihr einen herzkranken Hund mit Agility, weiten Joggingstrecken oder Wettbewerbssport auf Trab halten sollt – aber regelmäßige, entspannte Bewegung ist absolut notwendig, damit der Herzmuskel nicht weiterhin an Stärke abnimmt.

Eine gesunde Ernährung ist für herzkranke Hunde sehr wichtig. Vermeidet Übergewicht und fragt Euren Tierarzt nach Nahrungsergänzungsmitteln. Ist eine Gabe von Carnitin oder Taurin sinnvoll? Vermeidet salzhaltiges Futter, setzt hingegen auf Omega-3-Fettsäuren, die sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken können. Diese sind vor allem in Seefisch und Leinöl enthalten.

Ein Hund mit Herzproblemen sollte regelmäßig zur tierärztlichen Kontrolle gehen. Fragt einfach Euren Tierarzt, welches Intervall er empfiehlt.

Wenn Euer Hund Herzmedikamente erhält, gebt sie ihm regelmäßig. Wenn Euch das schwer fällt, stellt einfach einen Wecker, der euch jeden Tag zur gleichen Uhrzeit an die Tablette Eures Hundes erinnert. Solltet Ihr die Tablettengabe einmal vergessen, nehmt sie nur nach, wenn noch keine 12 Stunden seit der gewöhnlichen Einnahmezeit vergangen sind. Da dieser Rat jedoch von dem Krankheitsfall und Medikament Eures Hundes abweichen kann, fragt im Zweifelsfall bitte Euren Tierarzt.

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